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03.07.2012 11:23 Alter: 323 Tage

Neue Mittelschule: Erste Absolventen machen Abschluss


Niessl: „Mit der Neuen Mittelschule ist ein wichtiger und wesentlicher Schritt zur Verbesserung des Bildungssystems gelungen“
An 67 Neuen Mittelschulen (NMS) im Burgenland, Kärnten, der Steiermark, Oberösterreich und Vorarlberg bekamen heute Freitag 3700 Jugendliche als erste Absolventen der NMS ihre Abschlusszeugnisse. Einen Besuch in der Neuen Mittelschule Mattersburg nahmen Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und Landeshauptmann Hans Niessl zum Anlass, um sich aus erster Hand gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Bernd Schilcher, 2008 einer der wesentlichen Mitinitiatoren der Neuen Mittelschule, über Fortschritte und Erfahrungen einer jener Neuen Mittelschulen ein Bild zu machen, die 2008/09 als „Pioniere“ der modernsten Schulform für die 10- bis 14-Jährigen gestartet waren, und über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Mit der Neuen Mittelschule wird ab Herbst erstmals seit 50 Jahren ein neuer Schultyp flächendeckend ins Regelschulwesen übernommen.
„Es ist schön, einmal eine Entwicklung mitverfolgen, miterleben zu können. Hier in Mattersburg hat vor vier Jahren viel begonnen. Die Neue Mittelschule ist nicht nur eine neue Form einer Leistungsschule für 10- bis 14-Jährige. Hier ist eine neue Lernkultur entstanden“, so Schmied. Wichtige  Eckpunkte seien Team Teaching, Kompetenzentwicklung, die fundierte Berufsberatung und die differenzierte und individuelle Förderung von Schwächen und Stärken der Schülerinnen und Schüler. Ein weiterer wichtiger Eckpunkt besteht in der Öffnung der Schule nach außen, meint Schmied: „Hier wird tatsächlich mit Musikschulen, Kulturvereinen, der Wirtschaft zusammengearbeitet.“ 
Im Schuljahr 2012/13 werden österreichweit 698 Standorte mit 4.270 Klassen als Neue Mittelschulen geführt. Bis zum Schuljahr 2015/16 sollen alle ersten Klassen an Hauptschulen umgestellt werden. Der vollständige Ausbau wird mit dem Schuljahr 2018/19 erreicht. Dann wird es österreichweit insgesamt etwa 1180 Neue Mittelschulen geben. AHS-Unterstufen sind eingeladen sich zu beteiligen. „Ziel ist und bleibt eine gemeinsame Schule für 10- 14-Jährige“, so Schmied.
„Die Neue Mittelschule ist die wichtigste und größte Reform im Bildungswesen in den letzten Jahrzehnten. Immerhin wird eine komplett neue Schulform flächendeckend umgesetzt. Damit ist ein wichtiger und wesentlicher Schritt zur Verbesserung  des Bildungssystems gelungen“, so Niessl. „Das Burgenland ist im Bereich der Bildung auf einem guten Weg“, so der Landeshauptmann weiter, der im Sinne der Chancengleichheit für alle Kinder die Qualität der Bildung im Burgenland weiter anheben möchte: „Im Herbst starten wir im Bereich der Berufsorientierung einen neuen Schwerpunkt, vor allem auch an den Neuen Mittelschulen. Wir wollen Schule und Wirtschaft besser miteinander vernetzen.“
Auch NMS-Mitinitiator Bernd Schilcher zeigt sich zufrieden: „Seit fünf Jahren arbeiten wir daran Lösungen zur Verbesserung des Bildungssystems zu finden und umzusetzen. Es ist an der Zeit, dass die Neuen Mittelschulen die Anerkennung finden, die sie heute hier in Mattersburg gefunden haben.“
Anteil der Berechtigungen für den Aufstieg in AHS und BHS steigt signifikant
Der Schulerfolg der 1. Generation NMS-Absolventen im Burgenland kann sich sehen lassen: laut Klassenkonferenzen für die Abschlusszeugnisse 2011/12 liegt der Anteil der Berechtigungen für den Aufstieg in die AHS und BHS mit 77,24% weit über den Österreich-Schnitt von 52,61%. Im Vergleich dazu betrug die Berechtigungsquote des letzten burgenländischen Hauptschul-Jahrgangs (2010/2011) 56,85%.
Mit Beginn des Schuljahrs 2011/12 gab es acht zusätzliche burgenländische Neue Mittelschulen. Es handelt sich dabei um die Standorte Neusiedl am See (SHS), Theresianum Eisenstadt, Rust, Pinkafeld, Großpetersdorf, Kohfidisch, Stegersbach und die St. Michael. „ Mit 87 Prozent Umstellungsrate bilden wir gemeinsam mit Vorarlberg das Spitzen-Duo bei der Einführung der NMS“, zeigte sich Landeshauptmann Hans Niessl über die Entwicklung im Bildungsbereich erfreut. Im kommenden Schuljahr wird es im Burgenland an 40 von 41 Standorten eine NMS geben - eine Umstellungsrate von 97,56%. 2013/14 wird auch die letzte Hauptschule umgestellt.
Hohe Elternzufriedenheit
Im Zuge des Besuchs der NMS Mattersburg präsentierten Bildungsministerin Dr. Claudia Schmied und Landeshauptmann Hans Niessl auch die Ergebnisse einer IFES-Umfrage unter 500 Eltern von SchülerInnen der NMS: „Dass 82 Prozent der Eltern angeben über die pädagogische Arbeit und die Aktivitäten der Neuen Mittelschule, die ihr Kind besucht, sehr gut oder gut informiert zu sein, ist wohl das beste Zeugnis. Die Eltern haben von der Neuen Mittelschule einen ganz überwiegend positiven Eindruck. Ein Großteil der Eltern hat das Gefühl, dass ihr Kind gerne in die Neue Mittelschule geht. Mehr als acht von zehn Befragten stimmen dem zu “, so die Bildungsministerin und der Landeshauptmann unisono.
Im Detail sind 85 Prozent der Eltern vom Gesprächsklima zwischen Eltern und Lehrern angetan. 82 Prozent sind davon überzeugt, dass ihr Kind gerne die Neue Mittelschule besucht. 71 Prozent haben vom Team Teaching einen sehr guten Eindruck, und 77 Prozent haben den Eindruck, dass der Lernanspruch angemessen ist. Zwei Drittel der Befragten haben generell von der Unterrichtsarbeit an der NMS ihres Kindes einen durchaus guten Eindruck.

Mehr Informationen: www.neuemittelschule.at oder www.bmukk.gv.at/presse
 

 


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